Danke für das Lächeln
Als ich zum ersten Mal mit dem Gründer der Albanienhilfe Weilheim, Herrn Fritz Sommer, nach Elbasan reiste, zeigte er uns die dort von ihm und Freunden eingerichtete Suppenküche, in der Hunderte von Straßenkindern nicht nur ein warmes Essen erhielten, sondern auch mit gebrauchter Kleidung aus Deutschland ausgestattet wurden.
Es war wohl zum ersten Mal, dass sich jemand liebevoll um sie kümmerte und ihnen Zuneigung schenkte. Im Jahr 2000 war ich wieder dabei, als das von den Sternstunden geförderte Kinderheim, mit Platz für 25 bis 30 Mädchen und Buben, eingeweiht wurde. Viele Kinder haben seither dort Nächstenliebe und Geborgenheit gefunden, Kinder die aus schwierigsten sozialen und familiären Verhältnissen kamen, manche von ihnen durch schreckliche Erlebnisse traumatisiert.
2002 ging ein drei gruppiger Kindergarten für jeweils 25 bis 30 albanische Kinder in Betrieb. Er trägt den Namen seines Initiators und Gründers der Albanienhilfe "Fritz Sommer". Im Jahr 2006 wurde das Mädchenheim "Antonia" mit Platz für 12 Mädchen ab dem 14. Lebensjahr eingeweiht. Die Namensgebung erfolgte in Erinnerung an den früheren Standtpfarrar Anton Lieb, der dieses Projekt großzügig unterstützte.
Die Mädchen bekommen materielle Hilfe, aber auch für Bildung und Ausbildung wird gesorgt, damit sie eine Chance für einen Start in ein selbstständiges und selbstbewußtes Leben haben. Alle Mädchen kommen aus sehr schwierigen Verhältnissen.Eines von ihnen ist Miranda, die seit Ende Oktober in Deutschland ist und hier mehrfach operiert werden muss. Schwerste Verbrennungen und Verwachsungen an Gesicht und Körper verhindern ein auch nur einigermaßen normales Leben. Essen und Sprechen fallen ihr sehr schwer und auch Zahnbehandlungen sind kaum möglich. Miranda kam schwer traumatisiert und suizidgefährdet ins Heim. Als sie jetzt von der Vorsitzenden der Albanienhilfe, Frau Evelyn Huber, Herrn Stadtpfarrer Dr. Lindl und Schwester Slavka zur Operation nach Deutschland gebracht wurde, hatte sie zwar Angst vor dem was kommt, aber sie lächelt und es war ein beeindruckendes Erlebnis zu sehen, wie alle anderen Kinder sie umarmten und an sich drückten.
Miranda hat ihr Lächeln wieder gefunden wie auch alle andern Kinder. Für mich war es immer das schönste Erlebnis von meinem ersten Besuch in Elbasan an zu sehen, dass die Kinder ihr Lachen wieder gefunden haben und der Umgang miteinander sehr herzlich ist.
Es geht in allen Einrichtungen fröhlich und manchmal auch ausgelassen zu, weil jedes Kind mit viel Zuwendung und Liebe von Schwestern Almut und Slavka und allen Kindern aufgenommen wird. Die Kinder fühlen sich geborgen und geliebt. Natürlich gehen die Kinder auch zur Schule und genießen im Heim eine christlich humane Erziehung, die man spürt und welche sie für ihr Leben fördert und prägt. Das Lachen der Kinder zeigt, dass sie sich wohl fühlen, weil die Albanienhilfe Weilheim ein einmaliges Werk der Nächstenliebe in einem Land leistet, welches eines der Ärmsten in Europa ist und in dem immer wieder Kinder verschwinden, vermutlich zur Organentnahme oder anderen kriminellen Vorhaben.
Der unermüdliche, uneigennützige Einsatz des früh verstorbenen Fritz Sommer und jetzt seiner Tochter Evelyn Huber und allen die sie unterstützen, sowie Spenden, machen dieses kleine warme Nest in Elbasan möglich.
Spenden und Patenschaften für die Kinder sind auchin Zukunft nötig, um das gute Werk der christlichen Nächstenliebe fortzuführen.Jeder Spender oder Pate kann sicher sein, dass jeder Cent den Kindern unmittelbar zugute kommt. Die Kinder danken es ihnen mit ihrem Lächeln.
Ich war glücklich zu sehen, wie gut sich unser Patenkind in den letzten Jahren entwickelt hat.
Altbürgermeister Klaus Rawe
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