Nachgedacht

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„Was ist Ihr Lieblingsgericht? Was Ihr Lieblingsbuch? Und Ihr Lieblingshobby?“ Wir kennen das Spiel aus den Fragebögen der Illustrierten. Meistens sind es bekannte Persönlichkeiten, die darauf antworten. Oder unsere Kinder und Enkel, die sie in ein Freundebuch schreiben. Und eine Antwort fällt wohl nicht schwer.
Aber was ist eigentlich Ihr Lieblingswort? Wäre das nicht auch einmal eine Frage wert? Gewiss, wir leben in einer wortreichen Zeit. Wie viel wird geredet, wie viel wird geschrieben? Manche beklagen eine Inflation der Worte. Was ist eigentlich das Wort noch wert? Vielleicht aber ist gerade deshalb die Frage lohnend: „Was ist Ihr Lieblingswort?“
Die jüdische Lyrikerin Rose Ausländer hat zwischen den menschenverachtenden Kriegen des vergangenen Jahrhunderts einmal in einem Gedicht ihre ganz persönliche Antwort gegeben:
Wir wohnen
Wort an Wort
Sag mir dein liebstes Freund
meines heißt: Du
Das Wort „Du“ hat Rose Ausländer dabei ganz bewusst groß geschrieben! Wie wirkt das Du auf Sie?
Ja, Worte wirken! Worte können niederschmettern: harte ungerechtfertigte Kritik, die fix und fertig macht. Worte können aufbauen: Worte der Anerkennung, ein Lob! Worte können so gut tun!
Das Lieblingswort meines ehemaligen Tutzinger Heimatpfarrers Hans Marquard, mit dem ich groß geworden bin, werde ich nie vergessen. Immer wieder hat er es zu Menschen gesagt, immer wieder auch darüber gepredigt: „Es ist gut, dass es dich gibt!“  Ein Wort des Segens. Ein Wort, das so gut tut. Haben Sie Ihr Lieblingswort inzwischen gefunden?
Was wäre wohl das Lieblingswort Gottes? Schlagen wir die Bibel auf! Am Anfang von allem finden wir das schöpferische Jawort Gottes, das alles, ja eine ganze Schöpfung ins Leben gerufen hat. „Es war sehr gut.“ (Gen 1, 31)
Gott hat der Welt sein Jawort gegeben und diesem Jawort die Treue gehalten. Damit nicht genug. Er wiederholt und bekräftigt es noch einmal in unüberbietbarer Liebe: Und das Wort ist Fleisch geworden - in Jesus Christus (vgl. Joh. 1,14).  In wunderbarer Klarheit spricht der 2. Korintherbrief diese Wahrheit aus: „In ihm ist das Ja verwirklicht. Er ist das Ja zu allem was Gott verheißen hat.“ (2. Kor 1, 19 f)
Jesus hat das Jawort Gottes gelebt und die Menschen geliebt. Ohne wenn und aber. Er hat Menschen bedingungslos angenommen, sie bejaht. Das haben Menschen schon immer zu spüren bekommen. Und tut es nicht gut? Wie heilsam das ist! Der Gelähmte, der im Markusevangelium Jesus begegnet, erfährt dies mit Leib und Seele: „Deine Sünden sind Dir vergeben. Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause.“ (Mk 2, 5.11).
Immer wieder spricht Jesus sein „Ja zum Leben“ aus. Und schenkt so eine neue Zukunft. Und immer wieder erleben wir: Worte wirken. Seine Worte wirken Heil.
An dieser Stelle noch einmal gefragt: Was ist Ihr Lieblingswort? Ist es nicht auffallend, dass wir danach nicht gefragt werden. Gewiss, das Unwort des Jahres wird alljährlich ermittelt. Aber das Lieblingswort des Jahres will anscheinend keiner wissen, niemand hören. Schade! Ich glaube, Lieblingsworte würden uns gut tun, wir würden sie wohl gerne hören, und sie würden unserer Zeit auf- und weiter helfen. Es käme am Ende wohl ein positiver Grundwortschatz zustande. Ja, es wäre wohl ein Segen! Übrigens: segnen kommt vom lateinischen  „bene-dicere“. Und das heißt nicht weniger als: „gut sprechen“. Eine himmlische Alternative zum Schlechtreden.
Was ist unser Lieblingswort? Machen wir uns auf die Suche und dann: machen wir ganz einfach Gebrauch davon!
Pfarrer Ulrich Lindl
  • „Was ist Ihr Lieblingsgericht?
  • Was Ihr Lieblingsbuch?
  • Und Ihr Lieblingshobby?“
Wir kennen das Spiel aus den Fragebögen der Illustrierten. Meistens sind es bekannte Persönlichkeiten, die darauf antworten. Oder unsere Kinder und Enkel, die sie in ein Freundebuch schreiben. Und eine Antwort fällt wohl nicht schwer.Aber was ist eigentlich Ihr Lieblingswort? Wäre das nicht auch einmal eine Frage wert? Gewiss, wir leben in einer wortreichen Zeit. Wie viel wird geredet, wie viel wird geschrieben? Manche beklagen eine Inflation der Worte. Was ist eigentlich das Wort noch wert? Vielleicht aber ist gerade deshalb die Frage lohnend: „Was ist Ihr Lieblingswort?“
Die jüdische Lyrikerin Rose Ausländer hat zwischen den menschenverachtenden Kriegen des vergangenen Jahrhunderts einmal in einem Gedicht ihre ganz persönliche Antwort gegeben:

Wir wohnen Wort an Wort
Sag mir dein liebstes Freund
meines heißt: Du

Das Wort „Du“ hat Rose Ausländer dabei ganz bewusst groß geschrieben! Wie wirkt das Du auf Sie? Ja, Worte wirken! Worte können niederschmettern: harte ungerechtfertigte Kritik, die fix und fertig macht. Worte können aufbauen: Worte der Anerkennung, ein Lob! Worte können so gut tun! Das Lieblingswort meines ehemaligen Tutzinger Heimatpfarrers Hans Marquard, mit dem ich groß geworden bin, werde ich nie vergessen. Immer wieder hat er es zu Menschen gesagt, immer wieder auch darüber gepredigt: „Es ist gut, dass es dich gibt!“  Ein Wort des Segens. Ein Wort, das so gut tut. Haben Sie Ihr Lieblingswort inzwischen gefunden?Was wäre wohl das Lieblingswort Gottes? Schlagen wir die Bibel auf! Am Anfang von allem finden wir das schöpferische Jawort Gottes, das alles, ja eine ganze Schöpfung ins Leben gerufen hat. „Es war sehr gut.“ (Gen 1, 31) Gott hat der Welt sein Jawort gegeben und diesem Jawort die Treue gehalten. Damit nicht genug. Er wiederholt und bekräftigt es noch einmal in unüberbietbarer Liebe: Und das Wort ist Fleisch geworden - in Jesus Christus (vgl. Joh. 1,14).  
lieblingswort
In wunderbarer Klarheit spricht der 2. Korintherbrief diese Wahrheit aus: „In ihm ist das Ja verwirklicht. Er ist das Ja zu allem was Gott verheißen hat.“ (2. Kor 1, 19 f)Jesus hat das Jawort Gottes gelebt und die Menschen geliebt. Ohne wenn und aber. Er hat Menschen bedingungslos angenommen, sie bejaht. Das haben Menschen schon immer zu spüren bekommen. Und tut es nicht gut? Wie heilsam das ist! Der Gelähmte, der im Markusevangelium Jesus begegnet, erfährt dies mit Leib und Seele: „Deine Sünden sind Dir vergeben. Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause.“ (Mk 2, 5.11). Immer wieder spricht Jesus sein „Ja zum Leben“ aus. Und schenkt so eine neue Zukunft. Und immer wieder erleben wir: Worte wirken. Seine Worte wirken Heil. An dieser Stelle noch einmal gefragt: Was ist Ihr Lieblingswort? Ist es nicht auffallend, dass wir danach nicht gefragt werden. Gewiss, das Unwort des Jahres wird alljährlich ermittelt. Aber das Lieblingswort des Jahres will anscheinend keiner wissen, niemand hören. Schade!
Ich glaube, Lieblingsworte würden uns gut tun, wir würden sie wohl gerne hören, und sie würden unserer Zeit auf- und weiter helfen. Es käme am Ende wohl ein positiver Grundwortschatz zustande. Ja, es wäre wohl ein Segen! Übrigens: segnen kommt vom lateinischen  „bene-dicere“. Und das heißt nicht weniger als: „gut sprechen“. Eine himmlische Alternative zum Schlechtreden. Was ist unser Lieblingswort? Machen wir uns auf die Suche und dann: machen wir ganz einfach Gebrauch davon!
Pfarrer Ulrich Lindl